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Rund 170 interessierte Bürgerinnen und Bürger haben am 15.03.2017 an der Regionalkonferenz für die Verbandsgemeinde Südeifel in Mettendorf teilgenommen. Die Veranstaltung im bis auf den letzten Platz gefüllten Dorfgemeinschaftshaus zeigt das große Interesse der Bürgerinnen und Bürger an der zukünftigen Entwicklung der Verbandsgemeinde Südeifel und des Eifelkreises. Sie war die erste von insgesamt fünf Regionalkonferenzen, die im Eifelkreis ausgerichtet werden. Die Regionalkonferenzen sind ein wichtiger Baustein der öffentlichen Beteiligung im Rahmen des „integrierten Kreisentwicklungskonzeptes“, das der Öffentlichkeit bereits im September 2016 bei der Auftaktveranstaltung in der Stadthalle Bitburg vorgestellt wurde.


Bürgermeister Moritz Petry, der die Teilnehmer der Regionalkonferenz Südeifel begrüßte, wies ebenso wie die Redner der anschließenden ImpulsreferRegionalkonferenz mit guter Bürgerbeteiligungate auf die großen Herausforderungen, aber auch Chancen für den ländlichen Raum hin. Eine besondere Bedeutung maß er dabei dem aktiven Bürgerengagement in den Ortsgemeinden zu.

Die Reihe der Impulsreferate wurde von Landrat Dr. Joachim Streit eröffnet. Er stellte das aus Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz geförderte Projekt zur „Erstellung eines integrierten Kreisentwicklungskonzeptes (KEK)“ vor. Neben dem bereits erfassten Status-quo stand vor allem die zukünftige Entwicklung des Eifelkreises im Vordergrund. Bereits definierte Handlungsfelder und strategische Ziele wurden anhand von praktischen Beispielen erläutert. Diese sollen im weiteren Prozess mit konkreten Projekten und Maßnahmen auf allen Ebenen, d.h. durch den Kreis, die Verbandsgemeinden, Gemeinden und die Zivilgesellschaft unterlegt werden, um den Eifelkreis als lebenswerten Standort für die Bürgerinnen und Bürger weiter zu stärken. Wesentliche Handlungsfelder sind unter anderem die Bereiche Mobilität, Wohnen im Alter, Nahversorgung, Arbeit, Ehrenamt und medizinische Versorgung.


Das Modellvorhaben zur „Langfristigen Sicherung von Versorgung und Mobilität im ländlichen Raum“ wurde von Thomas Hoor, Projektmanager der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm, vorgestellt. Das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderte Vorhaben, in dem der Eifelkreis als Modellregion anerkannt ist, beinhaltet Planungen zu Kooperationsräumen, in denen Standorte der Daseinsvorsorge mit dem Umland durch ein zukunftsweisendes Mobilitätskonzept verbunden werden. Die spezielle Situation und Entwicklung der Verbandsgemeinde Südeifel wurde durch Christian Calonec-Rauchfuß von der Stabsstelle für Wirtschaftsförderung der VG im Vortrag „Verbandsgemeinde 2030“ dargelegt. Neben den besonderen Einflussfaktoren durch die Grenzlage zu Luxemburg und dem Streusiedlungseffekt wurde die kleinteilige Bevölkerungsprognose vorgestellt sowie Herausforderungen und Chancen für die Ortsgemeinden herausgearbeitet. Der Fokus lag auch hierbei auf der Sicherung tragfähiger Nahversorgungs- und öffentlicher Infrastruktureinrichtungen, einem Ausbau des Internets auf einen technisch aktuellen Stand sowie einer bedarfsgemäßen medizinischen Versorgung. Ein weiterer Schwerpunkt galt den Beziehungen zu Luxemburg mit Arbeitsmarkt, Immobilienpreisentwicklung, Neubürgerintegration und grenzüberschrei-tender Zusammenarbeit.

Regionalkonferenz mit guter BürgerbeteiligungIm Anschluss an den von Helmut Berscheid von der Kreiswirtschaftsförderung und -entwicklung mode-rierten Vortragsteil hatten die Bürger und Bürgerinnen die Möglichkeit, an drei verschiedenen Themenständen ihre Meinungen zu den Handlungsfeldern Lebensqualität, Versorgung und Mobilität einzubrin-gen. So wurden beispielsweise die bevorzugten Versorgungsorte zum Einkaufen, zur ärztlichen Versor-gung und zur Freizeitnutzung mit ihren Einzugsbereichen benannt. Als großes Manko wurden allgemein der mangelnde, auf Schülerverkehr ausgerichtete ÖPNV sowie fehlende Angebote für Senioren und Jugendliche angegeben. Die Stärken wurden übereinstimmend in der attraktiven Landschaft des Naturpark Südeifel, verbunden mit einem hohen Freizeitwert sowie in der Dorfgemeinschaft und der Pflege von Vereinsleben und Brauchtum gesehen. Mit Hilfe der zahlreich erschienenen Bürgerinnen und Bürger konnten im Verlauf des Abends bereits entwickelte Maßnahmen diskutiert, konkretisiert sowie neue Ideen und Aspekte gesammelt werden, die Eingang in die Projekte und zukünftige Planungen finden.