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Die Zahl stammt von 2015 – und ist die aktuellste Angabe: Vor drei Jahren gab es in Rheinland-Pfalz rund 2700 niedergelassene Hausärztinnen und Hausärzte. Kann gut sein, dass einige von ihnen bereits nicht mehr praktizieren. Denn viele Hausärzte haben die „Altersgrenze“ erreicht oder stehen kurz davor.SWR4 Klartext: „Land sucht Arzt – Ist die Gesundheitsversorgung gefährdet?" - 22. Januar, Stadthalle Neuerburg

Die Lage wird immer dramatischer
Die „Kassenärztliche Vereinigung“ gibt den zusätzlichen Bedarf mit 1600 Medizinern für das Land an. Vor allem auf dem „flachen Land“ – in den ohnehin eher strukturschwachen Regionen wie Eifel, Westerwald und Westpfalz – fehlen Ärzte en masse. Die Lage wird immer dramatischer, wenn in den nächsten Jahren auch die „Gutwilligsten“ in den Ruhestand gehen. Da ist der Fall eines beinahe 90jährigen Arztes, der noch immer arbeitet, weil er keinen Nachfolger findet.

Der Ärztemangel - ein Fehler im System?
Die Attraktivität des Arztberufes – früher mal als „Halbgötter in Weiß“ bezeichnet – nimmt offenbar proportional mit der Entfernung von urbanen Zentren ab. Wer Arzt werden will, hat bundesweit noch immer die Hürde der Zulassungsbeschränkung („NC“) zu überwinden. Das Land hat die Medizin-Studienplätze an der Universität Mainz jetzt um rund ein Achtel aufgestockt. Plätze nur fürs Grundstudium (bis zum „Physicum“) gelten als problematisch. Zusätzlich soll eine „Landarztquote“ (ohne Zulassungsbeschränkung) die fatale Entwicklung ausbremsen. Doch reichen 40 solcher Plätze? Das Medizinstudium ist lang. Bis zu einer sprübaren Entlastung wird es also dauern. Und die Quote, die Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler eingebracht hat, ist selbst bei den grünen und liberalen Partnern in der Mainzer Ampel-Koalition umstritten.

Rheinland-Pfalz ist kein Einzelfall,…
…aber die Lage ist im teils dünn besiedelten und „Flächenland“ mit seinen schwer zugänglichen Mittelgebirgsregionen umso schwieriger zu meistern. Das Nachberland Hessen hat ein ähnliches Problem und gerade einen „Gesundheitspakt“ zwischen Regierung, Ärzten und Kassen geschlossen, und der ebenfalls schwarz regierte Nachbar NRW geht den rheinland-pfälzischen Weg mit einer Landarzt-Quote.

Das heiße Eisen im Eifelkreis
Die Gesundheitsversorgung ist vor allem in der Westeifel ein Fall für den Arzt. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm werden bald bis zu 60 Prozent der Hausärzte in den Ruhestand gehen. „SWR4 Klartext“- Moderator Thomas Meyer diskutiert in der Stadthalle von Neuerburg, am Dienstag, 22. Januar (2019), ab 19 Uhr live mit seinen Gästen, der rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), dem Arzt Dr. Peter Enders, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Landrat Dr. Joachim Streit, der Vorsitzender KV Rheinland-Pfalz, Dr. Peter Heinz und dem Bitburger Allgemeinmediziner Dr. Michael Jager, der eine „Ärztegenossenschaft“ mitbegründet hat: Das Ziel: selbst den  Nachwuchssuchen – und finden.

SWR4 Klartext: „Land sucht Arzt – Ist die Gesundheitsversorgung gefährdet?" - 22. Januar, Stadthalle Neuerburg
Einlass zu der zweistündigen Diskussionsrunde, die landesweit in „SWR4 RP“ übertragen wird, ist um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.